Editorial: 500Gramm - Nummer 6 - November 2012

Verehrte Leserinnen, verehrte Leser,

 

dieses Editorial ist eine kurze Reflexion, ausgelöst durch einen ägyptischen Text in dieser Ausgabe.

Hier in Deutschland, diesem Alice-Land, haben wir nach einer verheerenden Katastrophe nun seit über 60 Jahren keinen Krieg, keine kriegsähnliche Aufstände oder Revolten mehr erleben müssen. Diese Tatsache ist jedoch nicht unser Verdienst, denn es ist immer die Macht der Situationen und deren Verflechtungen, die etwas hervorbringen oder verhindern.

Nun ist der Mensch im Allgemeinen vorerst immer noch das, was er schon seit Jahrtausendenden gewesen ist: Ein Dualismus auf zwei Beinen. Salvador Dalí sagt dazu: Krieg und Liebe sind das Salz der Erde.

Weshalb erzähle ich Ihnen das alles? Nun, weil eben diese beiden Phänomene der Nährboden für alle Künste sind. Denn die Kunst verleiht uns im besten Fall Schwingen und kann uns noch im allerschwersten Fall trösten oder Lebensspender sein.

Vielleicht ist es das, was uns ausmacht: nämlich die Poesie, das eigentliche Humanum.

 

peter linden - Redaktion